Lea's Blog
08. Juli 2008 15:51
Papa wird es richten
Eine kleine Holzente auf Rädern. Eine braune, gekordelte Schnurr ermöglicht es sie durch die ganze Wohnung zu ziehen. So eine Ente kann ganz schön schnell sein- sie kann über Schwellen und kleine Stufen, mit 10km/h um den Türpfosten. Leider war sie einmal mit zu viel Schwung unter dem Esstisch unterwegs. Kaputt. Das rechte hintere Rad rollt in Richtung Küche- ohne Ente.
Eine schlimme Kindheitserinnerung, die dem ein oder anderen bekannt vorkommen kann. Solche Situationen kenne ich sehr gut. Nicht nur weil ich früher gerne mal wilder mit meinen kleinen Freunden gespielt hab. Nein, auch heute gehen mir ab und zu Dinge kaputt. Wie zB. Vertrauen oder zwischenmenschliche Beziehungen.
Das Vertrauen, dass all diese Dinge wieder gerichtet werden war früher stärker bzw. unzerstörbar. Keine Frage, alles was mir früher kaputt gegangen ist, hat mein Papa gerichtet. Keine Zweifel, er wird es machen. Er wird meiner Ente das Rad anschrauben, meiner Barbie das Bein ankleben und meine Plastikflöte mit der nötigen Schraube versehen. Es fließen viele Tränen, doch wenn ich die Haustüre höre und Papa endlich von der Arbeit wieder da ist, wird er meine wertvolle Ente wieder heilmachen.
Auch heute gehen mir noch Dinge kaputt. Immer wieder. Tassen von meinen Schwestern, MakeUp von meiner Mutter. Aber diese Dinge sind nicht mehr das Problem, meistens jedenfalls.
Doch was ist wenn mein Herz schmerzt, der Schuh so sehr drückt, dass ich nicht mehr weiter weiß. Jeder kennt solche Situationen. Man kommt nicht weiter. Man liegt am Boden. Hilflos, weil man einen Freund verliert, weil man Mist gebaut hat oder man von einer wichtigen Person schlimm verletzt wurde. Letztens sagte mir mein Papi, ich solle wie früher, meinem lieben himmlischen Vater mein kaputtes Herz geben, mit der GEWISSHEIT und dem VERTRAUEN, dass er es sicher wieder richten wird. So wie mein Papa das immer getan hat.

