Lea's Blog
22. Juli 2008 19:33
mein neues Lied
Ich erinnere mich noch ganz genau. Es war Winter. Es war kalt, grau und 19.00 Uhr Abends. Ich bin froh endlich in der vollen U-bahn zu sitzen um nicht mehr in der Kälte zu stehen. Ich habe einen Sitzplatz und höre mit meinem MP3-Player James Blunt. Die Musik, das Wetter, die Kälte und die Wärme versetzen mich in eine sentimentale Stimmung. Ist aber nicht schlimm. Ich genieße das manchmal. Ich spiegele mich im U-bahnfenster und spiele die weibliche Hauptrolle in dem James Blunt Musikvideo. Perfekt. Ich liebe sowas. Irgendwann fällt mir keine passende Szene mehr zu diesem traurigen Lied ein und mein Blick fällt auf die Frau, die mir gegenüber sitzt. Eigentlich fallen mir aufeinmal all diese ganzen Gesichter auf. Doch diese Frau sieht traurig aus. Ihr Blick ist leer. Vielleicht sehn all diese Menschen einfach nur fertig aus- Feierabend. Die Lea, die in der U-bahn sitzt sieht auch fix und fertig und müde aus ( aber nicht die, die im Musikclip spielt ;-) ). Aufeinmal spiegelt sich in all den Augen Hoffnungslosigkeit, Angst, Unzufriedenheit, Ungewissheit und Trauer. Aufeinmal werde ich traurig. Was mache ich hier? Ich sitze hier mit der Gewissheit geliebt und gebraucht zu werden. Ich weiß, dass es da einen Gott gibt, meinen Vater,der mich so nimmt wie ich bin, der mir alles vergibt, der bald wieder kommt und mich von all meinen Schmerzen und meinem Leiden befreit. Mich überkommt aufeinmal ein ganz schlechtes Gewissen. Ohne Witz. Ich schäme mich, dass ich all das weiß und es dieser Frau und all den anderen vorenthalte. Wie unverschämt, was bilde ich mir ein. Ich will aufstehen und diesen Menschen sagen, die ich schon 10 min beobachte, dass sie nicht traurig sein müssen.
Ich steige aus.
Seit diesem Zeitpunkt bete ich um Situationen, in denen mir Gott Menschen schickt und das Gespräch führt. Es klappt und es ist immer wieder aufregend.

