Miki's Blog
03. Juli 2008 17:20
Die Themen
Pastoren denken permanent in Predigthemen. Wir fahren durch die Stadt, sehen einen Werbeslogen auf dem Bus, ein Graffiti an der Wand, hören ein Gespräch in der U Bahn mit, erleben die Menschen am Bahnsteig nachdem der Zug Verspätung hatte - der Predigtfilter im Hirn ist ständig auf standby - so bald sich etwas "Verwertbares" anbietet wird es gespeichert. Eigentlich gut, denn dann haben die Predigten einen aktuellen Duft und man fühlt sich zumindest nicht ins letzte Jahrhundert versetzt. Mein Kopfaufnahmegerät speichert in der letzten Zeit ein Menge, denn ich arbeite permanent an 8 (acht) verschiedenen Themen, die im Oktober in den Übertragungen gesehen und gehört werden. Je länger ich über sie nachdenke, desto toller finde ich die Themen - sie haben mit meinem Leben zu tun - alle, ohne Ausnahme. Das tolle daran ist, dass ich schon per Arbeitsbeschreibung täglich mit Jesus zu tun habe. Jeden Tag, und es wird nicht langweilig - ganz im Gegenteil.
Momentan ist es so, dass ich es nicht packe, mich am Stück für einen längeren Zeitraum hinzusetzen, um an den Ansprachen zu arbeiten. Manchmal stell ich mir vor, wie ich für 8 Tage (je ein Tag pro Thema) in den Bergen Nordspaniens in einer Berghütte sitze, an einem großen leeren Schreibtisch, mit dem Ausblick auf die Täler der wunderschönen Pyrenäen. Das Wetter ist mild und das Mittagessen, welches ich in der Ortstaverne des 145 Seelen Dorfes unterhalb der Berghütte eingenommen habe schmeckte herrlich nach Sehnsucht und Weite. Aus der Heimat bekomme ich mit, dass Hertha BSC Ronaldinho und Deco gekauft hat (für die Mädels: zwei tolle Fussballer) und meine Frau informiert mich, dass wir von einer Tante, die wir bisher nicht kannten, 250.000 Euro vererbt bekommen haben. Ich setzte mich hin, aktiviere meinen tollen stylischen Dell Laptop und fange nach einem langen Gespräch mit Gott mit dem Schreiben an.
Dann klingelt das Telefon und ich wache in meinem Büro auf. Es sind gefühlte 2000 Grad, die wir zu ertragen haben. Lana liegt auf mir und legt einen gepflegten Brakedance hin. Ich weiß, sie wird sich in ca. 5 Minuten übergeben. Der Garten ist seit 2 Wochen nicht mehr gemäht worden, und langsam sieht er nach Dschungel aus - die Giraffenherde müsste nur noch um die Ecke kommen - die liebevollen Augen meiner Frau geben mir zu verstehen, dass sie sich nicht in der Rolle der Jane sieht und ich eigenlich nicht Tarzan bin und sie nicht möchte, dass die Nachbarn genau das von uns denken. Das Telefon klingelt immer noch und das Handy entscheidet sich, mit in ein Duett einzusteigen. Ich hebe bei beiden Telefonen ab, um dann zu entscheiden, mit wem ich weniger gerne reden möchte - es trifft das Handy. Das Wochenende ist vor der Tür und die WasMussNochAufDenLetztenDrückerGemachtWerdenListe bekommt einen Wachstumsschub. Wo war ich? Ach ja, ich wollte die Ansprachen für Link2Life schreiben. Morgen, ganz bestimmt, vielleicht.


